Mein Weg ins heimische Büro

Als ich mich vor etwa 20 Jahren selbständig gemacht habe, gab es den Arbeitsplatz „Homeoffice“, wie wir ihn heute nutzen, eigentlich noch gar nicht. Damals war klar, wenn ich etwas anbieten oder verkaufen möchte muss ein Geschäft oder Ladenlokal her.

Mein Weg ins Homeoffice begann praktisch mit der Gründung von ebay Deutschland. Es gab plötzlich Möglichkeiten nicht mehr nur direkt im eigenen Geschäft zu verkaufen, sondern auch bundesweit oder sogar weltweit. Das ich damit sofort vom „Onlinevirus“ infiziert“ war, darüber habe ich bereits in meinem Beitrag „Online Geld verdienen – mein Weg ins Onlinebusiness“ berichtet.

Ein Wunsch entsteht

Von dem Tag an, als ich komplett ins Onlinebusiness wechselte, wuchs in mir auch der Wunsch, ausschließlich von zu Hause aus arbeiten zu können. Die Notwendigkeit monatlich Geld für Miete in einem auswärtigen Büro/Geschäft aufzuwenden gab es schließlich nicht mehr. Auch die Vorstellung morgens einfach mal im Pyjama vor dem Computer zu sitzen war für mich sehr verlockend. Neben diesen eher persönlichen Wunschvorstellungen gab es noch einen ganz anderen Grund dafür, dass ich lieber von zu Hause aus arbeiten wollte. Ich leide seit meiner Jugend an immer wiederkehrenden Migräneattacken und an diesen Tagen ist es mir praktisch unmöglich das Haus zu verlassen. Damit brauchte ich jedes Mal – und immer sehr kurzfristig – eine Vertretung in meinem Geschäft oder der Laden blieb einfach zu. Dass sich so etwas nicht gerade positiv auf meine Umsätze auswirkte, muss ich nicht näher ausführen. Denn nichts ist schlimmer für einen Kunden, als während angegebener Öffnungszeiten vor einer verschlossenen Tür zu stehen.

Über viele Jahre war das einer der Stressfaktoren für mich. Immer die Angst vor der nächsten Attacke im Nacken und dem Wissen, das diese wieder viele Anstrengungen kosten würde.

Die liebe Technik

Von dem Tag an, als mein Entschluss fest stand von zu Hause aus arbeiten zu wollen, bis zu dem Tag, an dem ich tatsächlich ins Homeoffice umziehen konnte, sollte noch eine Menge Zeit vergehen. Einer der Gründe dafür war die liebe Technik.

In unserer Straße gab es lange Zeit einfach kein DSL und auch mobiles Internet war lange nicht verfügbar. Es gab wahrscheinlich keinen Anbieter in dieser Zeit, mit dem ich nicht telefoniert und diskutiert habe.

Irgendwann hatte E-plus den Netzausbau in unserer Gegend so weit vorangetrieben, dass ich mobiles Internet wenigsten in der oberen Etage empfangen konnte – aber auch nur da. Das hieß, wer bei uns zu Hause ins Netz wollte musste ganz nach oben unters Dach. Mir war das damals völlig egal – ich war glücklich.

Der erste Tag im Homeoffice

Ich erinnere mich noch sehr genau an meinen ersten Arbeitstag im neuen heimischen Büro. Es war der Tag nach Weihnachten, endlich hatte ich auch zu Hause Internet! Ich saß also morgens um acht an meinem Computer – im Pyjama ; -) und fühlte mich wie eine Königin, denn ich musste nicht ins Büro fahren. Ich konnte bereits früh am Morgen beginnen zu arbeiten und später mit meiner Familie gemeinsam frühstücken – was für ein Luxus.

Bis wir dann wirklich irgendwann DSL bekamen vergingen noch mal 2 Jahre. In dieser Zeit habe ich noch – sozusagen – Teilzeit zu Hause und Teilzeit in meinem Büro in der Stadt gearbeitet, da die mobilen Daten zu Hause nicht für Backups und sonstige große Datenmengen gereicht hätten. Aber ich musste nicht mehr weg wenn ich nicht wollte.

Die große Gefahr

Etwas, was ich zu Beginn total unterschätzt hatte, war die Trennung von Arbeit und Privatleben. Wann beginnt der Arbeitstag und vor allem – wann endet er?

Solange ich zu Hause kein Internet hatte, konnte ich hier auch nicht arbeiten – ich war praktisch zum nichts tun gezwungen und hatte private Zeit.

Seit dem das nicht mehr so ist, könnte ich theoretisch immer arbeiten und die Versuchung war und ist nicht selten groß.

Natürlich musste ich im Umgang mit dieser neuen „Freiheit“ erst meine Erfahrungen sammeln und mich in meinem Arbeitsstil darauf einstellen. Heute bin ich absolut glücklich damit und habe gelernt, das Büro auch einfach mal abzuschließen.

Die ersten Jahre – arbeiten um Geld zu verdienen

Als ich ins Homeoffice gewechselt bin, war ich ausschließlich Onlinehändler. Ich hatte einen eigenen Onlineshop und war bei ebay sehr aktiv. Das bedeutete, Kundenservice was das A und O. Aber genau hier lag das Problem.

Denn, wenn ich Kundenanfrage binnen weniger Minuten beantworten konnte, auch mal abends spät und natürlich auch am Wochenende, dann hatte ich natürlich einen gewissen Vorteil gegenüber meinen Mitbewerbern. Das führte dazu, dass mein Laptop immer an war und ich ständig meine Emails checkte. Das war weder gesund, noch machte es mir wirklich Spaß. Im Gegenteil, ich erkannte recht schnell, das Ecommerce nicht das war, wofür ich brannte. Es war gefühlt „irgendwie nur ein Job“, mit dem ich Geld verdiente um meine Miete bezahlen zu können.

Die berufliche Wende – Traumjob für den ich bezahlt werde

Herauszufinden, was mich – in beruflicher Hinsicht – glücklich macht war nicht so ganz einfach. Vielleicht weil es im Grunde so einfach war. Das ist dann wohl Betriebsblindheit ;).

Als Scanner gibt es für mich nicht DAS eine Thema oder DAS eine Herzensprojekt. Was es aber gibt, sind zwei große Bereiche.

Zum einen Liebe ich das Internet. WordPress Websites, Online Marketing, SEO und alles was damit zu tun hat ist einfach mein Ding. Der zweite große Bereich über den ich stundenlang reden könnte ist Tourismus und Food.

Wie das aber alles zusammenbringen und zum Vorteil meiner Kunden einsetzen?

Irgendwann war es dann ganz einfach: Ich unterstütze meine Kundinnen aus Gastronomie und Tourismus bei genau bei diesen Dingen: einfaches aber effektives Marketing (on- und offline), welches wirklich zum Budget passt und nachhaltig für mehr Kunden und Umsatz sorgt.

Ach ja, seit dem ich mein Büro zu Hause habe sind meine Migräneattacken viel seltener geworden, denn ein begünstigender Stressfaktor ist einfach weggefallen. 🙂

Manuela Aust: Restaurantmarketing