Meine beiden Trading-Ideen und was daraus wurde

Trade Nr. 1

Die Idee

Nach einer starken Abwärtsbewegung, die am 16.06. um 10:30 Uhr begann, erreichte der Markt gegen 22:20 Uhr zunächst sein vorläufiges Tief und wechselte anschließend in eine Korrekturphase. Diese lief bis zum 38er Fibonacci-Retracement und erfüllte damit eine wichtige Voraussetzung meines Setups.
Der Einstieg erfolgte um 9:30 Uhr mit dem Durchbruch des letzten relevanten Tiefs. Das Chance-Risiko-Verhältnis lag bei 4,5 : 1

Verlauf

Während des Trades konnte ich den Stop-Loss zweimal nach den Regeln der Markttechnik nachziehen. Letztlich wurde ich am nachgezogenen Stop ausgestoppt.

Was das Setup etwas weniger attraktiv machte: Die gesamte Korrektur fand nahezu ausschließlich im Nachthandel statt. Bewegungen in dieser Handelszeit besitzen für mich grundsätzlich eine geringere Aussagekraft als Bewegungen während der Haupthandelszeiten.

Ergebnis: –0,2 R

Trade Nr. 2

Die Idee

Auch der zweite Trade entstand nach einer deutlichen Abwärtsbewegung. Ausgehend vom Tageshoch um 13:05 Uhr korrigierte der Markt bis zum 38er Fibonacci-Retracement und erfüllte damit erneut die Bedingungen meines Setups.

Der Einstieg erfolgte um 15:05 Uhr.

Verlauf
Für 15:30 Uhr war eine Rede von Donald Trump angekündigt, was ein Blick in den Wirtschaftskalender verriet. Aufgrund des erhöhten Nachrichtenrisikos entschied ich mich, den Stop-Loss deutlich enger nachzuziehen.

Der Ausstieg erfolgte schließlich am Hoch der 15:35-Uhr-Kerze im 5-Minuten-Chart.

Ergebnis: +0,3 R

Beide Trades erreichten ihr ursprüngliches Kursziel nicht. Trotzdem konnte ich den Handelstag mit einem kleinen Plus von 0,1 R abschließen.

Für mich bestätigt sich damit erneut, dass erfolgreiches Trading nicht bedeutet, möglichst viele Volltreffer zu landen. Entscheidend ist, konsequent das eigene Setup umzusetzen und gleichzeitig den aktuellen Marktbedingungen Rechnung zu tragen.

Im zweiten Trade war die bevorstehende Nachrichtenlage ein zusätzlicher Faktor, den ich bewusst in mein Risikomanagement einbezogen habe. Rückblickend war diese Entscheidung richtig – auch wenn dadurch das ursprüngliche Kursziel nicht mehr erreicht werden konnte.

Trading trifft Leben – was ich heute gelernt habe

Nicht jeder gute Trading-Tag endet mit einem großen Gewinn. Manchmal besteht Erfolg einfach darin, diszipliniert zu handeln und Entscheidungen konsequent umzusetzen.

Je länger ich trade, desto mehr wird mir bewusst: Ich kann den Markt nicht kontrollieren. Was ich kontrollieren kann, ist meine Vorbereitung, mein Risikomanagement und die Einhaltung meines Plans. Genau darauf möchte ich meinen Fokus legen – unabhängig davon, wie ein einzelner Trade ausgeht.