Ein Tag zwischen Klarheit, Versuchung und Erkenntnis
Bild(er) des Tages
- erste Maschenprobe seit unendlich vielen Jahren
- Sonnenaufgang über den Dächern von Plößnitz
Ein bewusster Start in Plößnitz
Der erste bewusst erlebte Sonnenaufgang in der neuen Saison hier in Plößnitz – ein besonderer Moment. An der Ostsee habe ich die Sonnenuntergänge liebgewonnen, hier ist es nun das Gegenstück. Geografisch zwei Welten, atmosphärisch beide wunderschön. Ein ruhiger Auftakt, der mich auf den Tag eingestimmt hat.
Was Stricken mit Traden zu tun hat
Ablenkung am Chart während der unvermeidlichen Wartephasen bleibt ein Dauerbrenner. Heute habe ich ein altes Hobby wiederentdeckt: Stricken. Schon als Kind habe ich es geliebt, mit meiner Oma Wolle zu wickeln und dabei über Gott und die Welt zu quatschen.
Wie Radfahren – man verlernt es nicht. Ein wenig eingerostet, ja, aber der Spaß ist sofort wieder da. Die erste Mütze, ein einfaches Beanie nach Anleitung, fühlt sich nach dem perfekten Projekt an. Es macht Freude, lenkt positiv ab und schenkt mir gleichzeitig einen klareren Kopf für den Chart.
Der Handelstag: gut und schlecht zugleich
09:10 Uhr: erster Entry, manueller Close mit +56 Punkten, sowohl TZ1 als auch TZ2 erreicht. Nicht regelkonform, aber rückblickend die richtige Entscheidung – der Trade wäre in SL1 gelandet. Ein Ergebnis, das sich gleichzeitig gut und schlecht anfühlt.
Regel 1 lautet schließlich: Halte dich an die Regeln.
Und trotzdem schleicht sich die Frage ein: Ist Bauchgefühl manchmal doch erlaubt – und wenn ja, wann?
Die Antwort kam am Nachmittag
Nachdem ich in meinem Hauptaccount zwei Take Profits abgeholt hatte, habe ich ihn konsequent nicht mehr angefasst. Das war richtig.Doch im zweiten Account… tja. Da war sie wieder, die alte Versuchung. Ein bisschen „rumspielen“.
Was ich später – nach Abschluss des Strategietests – gesehen habe:
Viele Signale, aber kaum erfolgreiche.
Hätte ich den Tag konsequent durchgehandelt, wäre ich auf 13 Trades gekommen – mit einem Gesamtergebnis von –24 Punkten.
Der Strategietest zeigt erneut glasklar:
- Verluste lassen sich hervorragend begrenzen.
- Nicht jedes Signal ist ein sinnvoller Trade.
- Das Setup performt an Trendtagen stark, an Seitwärtstagen deutlich schwächer.
- Einen kompletten Tag von 9:00 bis 17:00 durchzuhandeln ist im Alltag schlicht nicht realistisch.
Eine sachliche Erkenntnis, die gut tut – und mich gleichzeitig daran erinnert, warum Disziplin und Struktur mir im Trading den Rücken stärken.