Wer sorgt eigentlich für Marktbewegung?
Diese Frage taucht immer wieder auf.
Und oft schwingt darin etwas mit, das ich gut kenne: das Gefühl, dass da „etwas passiert“, das wir selbst nicht wirklich beeinflussen können. Der Markt zeichnet schöne Kurven. Er läuft, korrigiert, beschleunigt. Und manchmal steht er scheinbar einfach still. Keine Richtung, fast nur eine horizontale Linie.
Wer sorgt eigentlich dafür?
Es gibt nur wenige, die den Markt wirklich bewegen
Wenn man es nüchtern betrachtet, bleiben am Ende zwei Gruppen, die tatsächlich Einfluss auf den Preis haben. Alle anderen reagieren nur.
1. Einzelne Persönlichkeiten – selten, laut und nicht planbar
Die erste Gruppe sind einzelne, extrem einflussreiche Personen. Menschen, deren Worte ausreichen, um Märkte in Bewegung zu versetzen.
Ein Beispiel, das vielen noch präsent ist: Donald Trump im April 2025.
Am 9. April um 15:37 Uhr postete er auf seiner eigenen Social-Media-Plattform sinngemäß, dass jetzt ein guter Zeitpunkt sei, um Aktien zu kaufen. Kurz darauf zog der Markt deutlich an.
Solche Momente gibt es. Aber sie lassen sich nicht vorbereiten, nicht antizipieren und nicht „handeln“. Sie treten meist in ohnehin angespannten Marktphasen auf – bei politischer Unsicherheit, geopolitischen Themen oder generell erhöhter Volatilität. In solchen Phasen geht es für mich nicht darum, besonders mutig zu sein. Sondern darum, mein Risiko konsequent zu reduzieren:
- kleinere Positionsgrößen,
- engere Stops,
- noch mehr Disziplin.
Mehr Kontrolle gibt es hier nicht. Und das anzuerkennen, ist kein Nachteil.
Das folgende Bild zeigt den DAX im H1-Chart. Eine Bewegung von mehr als 1.000 Punkten in nur einer Stunde. Typisch ist so eine Bewegung eher in einem ganzen Monat.
2. Institutionelle Marktteilnehmer – leise, konstant, entscheidend
Viel entscheidender ist die zweite Gruppe. Und genau hier liegt das, wovon wir als Trader profitieren können. Es sind die großen institutionellen Marktteilnehmer.
Die wirklich großen. Diejenigen, die Volumen bewegen müssen, weil sie gar keine andere Wahl haben.
Zu ihnen gehören:
- Banken
- Fonds
- Versicherungen
- große Asset Manager
Wenn solche Akteure Positionen auf- oder abbauen, hinterlässt das Spuren im Markt. Nicht sofort, nicht offensichtlich – aber nachvollziehbar.
Faktisch bedeutet das: Diese Marktteilnehmer entscheiden, wo Preis entsteht und wo er sich hinbewegt.
Daran angeschlossen sind Algorithmen, die Liquidität bereitstellen, Orders staffeln, zurückziehen oder Bewegungen verstärken. Das alles passiert permanent, meist im Hintergrund.
Was wir daraus machen können
Ich kann den Markt nicht bewegen. Du vermutlich auch nicht. Aber ich kann beobachten. Mithilfe der Charttechnik lassen sich Phasen erkennen, in denen sich etwas vorbereitet:
- Konsolidierungen,
- Umverteilungszonen,
- Bereiche erhöhter Liquidität.
Oft deuten sie darauf hin, dass größere Akteure aktiv sind – oder bald aktiv werden.
Genau dort liegt unsre Chance. Ich versuche nicht, vorauszulaufen, sondern zu folgen.
Fazit
Der Markt wird nicht von Meinungen bewegt. Nicht von Hoffnung. Nicht von Privatanlegern.
Er wird bewegt von:
- seltenen, unplanbaren Impulsen einzelner Machtpersonen
- kontinuierlicher, strukturierter Aktivität institutioneller Akteure
Unsere Aufgabe als Trader ist klar:
Risiken kontrollieren, Marktphasen erkennen und uns an Bewegungen anhängen, die ohnehin stattfinden. Alles andere ist Illusion.
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Trading-Tag 21.01. 2026
wichtige Links Zum Wirtschaftskalender https://www.forexfactory.com/calendar Fear & Greed Index: https://edition.cnn.com/markets/fear-and-greed Euwax Sentiment https://trading.boerse-stuttgart.de/ https://www.boerse-stuttgart.de/de-de/tools/euwax-sentiment/...
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